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Vorgehen bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen



Das Behandlungsvorgehen bei Persönlichkeitsstörungen ist hochindividuell auf die Situation des Patienten zuzuschneiden. Bei der Behandlung von persönlichkeitsgestörten Patienten beginnen in der Regel gleich vom ersten Kontakt an die Schemata aktiv zu werden, so dass eine wache therapeutische Grundhaltung kombiniert mit einer Haltung der begrenzten elterlichen Fürsorge notwendig ist. Nur unter dieser Voraussetung wird es möglich sein, die Sicherheit und das nötige Vertrauen von seiten des Patienten fassen zu können, um sich auf dem eigenen Weg behandeln zu lassen. Im Zentrum der Anfangssituation der Begegnung und auch im Zentrum jeder weiteren Begegnung werden die dominierenden Schemata aktiv werden und die Beziehung zum Therapeuten immer wieder auch auf diesen kritischen Prüfstand stellen. Mit fortlaufender Therapie werden diese Schemata in der unmittelbaren Beziehungsaufnahme oder bei empfohlenen Interventionen schwächer in der Ausprägung, bleiben jedoch im Hintergrund zumeist in ihrer Grundkonstellation erhalten, um einer erlebten emotionalen Notsituation wiederbelebt zu werden. Dieses Grundmuster spielt bei allen Behandlungen von Betroffenen mit Persönlichkeitsstörungen eine besondere Rolle. Die Haltung des Therapeuten kann durch die Kombination von Großzügigkeit, Vorhersagbarkeit, vermittelter Zuverlässigkeit, uneingeschränkten Vertrauen und begrenzter elterliche Fürsorge einen Anknüpfungspunkt darstellen, damit der Patient sein innere Not, sein inneres Leid anvertraut und sich im Veränderungsprozess begleiten lässt.

Jede Persönlichkeitsstörung hat wieder für sich genommen eine ganz spezifische Ausprägung und erfordert entsprechend eine spezifische Behandlungsstrategie.





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