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Modi



Was ist ein Modus?

 

  • Als Schemamodus werden adaptive oder maladaptive Schemaoperationen bezeichnet, die bei einem Menschen in einem Augenblick aktiv sind
  • Gruppierung von Schemata, die einen einzigen „momentanen personalen Gesamtzustand“ ausmachen
  • es werden 10 Schemamodi postuliert:
    • Kind-Modi: angeboren: verletzbares Kind, verärgertes Kind, impulsives/ undiszipliniertes Kind und glückliches Kind
    • Dysfunktionale-Bewältigungs-Modi: Sich-Ergebender, distanzierter Beschützer und Überkompensierer
    • Dysfunktionale Eltern-Modi: Strafender und fordernder Elternteil
    • Modus Gesunder Erwachsener
  • Beschreibung der Modi:

Moduskategorie

Modus

Malataptive Bewältigungsmodi

Ergebener Mitmacher
Ist übermässig angepasst und autoritätsgläubig,
konfliktvermeidend, stellt eigene Ansprüche zurück
und versichert sich bei anderen. Im Extremfall lässt
er widerspruchslos zu, dass schlecht mit ihm
umgegangen wird.

 

Distanzierter Beschützer
Wirkt kontrolliert und fassadenhaft, manchmal
kühl und distanziert, Emotionen sind abgeschaltet
und nicht zugänglich. Charakteristisch sind Leere,
Langeweile, psychosomatische Beschwerden.

 

Distanzierender Selbstberuhiger
Betreibt (oft suchtähnlich) Ersatzaktivitäten,
um schmerzhafte Emotionen nicht wahrzunehmen:
Substanzmissbrauch, Workaholismus, exzessiver Sport,
eigentlich jede Art exzessiver Zerstreuung,
aber auch Dauerfernsehen, Essanfälle. Selbstverletzungen,
wenn sie der Spannungsreduktion dienen.

 

Ärgerlicher Beschützer
Reagiert gereizt, ironisch und abweisend,
wirkt mürrisch. Fühlt sich bei Anforderungen durch
andere bedroht, reagiert dann auch aggressiv
und entwertend.

 

Angeber
Tritt egozentrisch und grossspurig auf,
als habe er besondere Rechte, zeigt dabei
wenig Empathie; prahlt und sucht Bewunderung.

 

Kontrolleur
Kann als Perfektionist auftreten, um Kritik
oder Unglück zu vermeiden, oder als misstrauischer
Kontrolleur, der andere und ihr Verhalten
dauernd auf Indizien für Böswilligkeit hin überprüft.

 

Schikanierer und Angreifer
Schädigt andere kontrolliert und absichtlich
verbal, emotional, sexuell oder physisch.

Kindliche Modi

Einsames Kind
Fühlt sich wie ein einsames Kind, das
nur dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn es
seinen Eltern alles recht macht. Fühlt
sich leer, ungeliebt, nicht liebenswert.

 

Verlassenes oder missbrauchtes Kind
Erlebt die schweren emotionalen Schmerzen
und Ängste von Verlassenheit oder Missbrauch. Fühlt
sich extrem verletzlich und allein und sucht
nach einer fürsorglichen Elternfigur.

 

Ärgerliches Kind
Ist ärgerlich, wütend oder ungeduldig,
weil seine (Grund-) Bedürfnisse nicht erfüllt werden.
Der Ärger wird unangemessen ausgedrückt,
andere fühlen sich vor den Kopf gestossen.

 

Wütendes Kind
Rastet aus und ist blind vor Ärger und Wut,
verletzt andere Menschen oder Dinge.

 

Impulsives Kind
Handelt impulsiv, um seine Bedürfnisse zu
befriedigen ohne Rücksicht auf negative Konsequenzen.

 

Undiszipliniertes Kind
Kann sich nicht dazu bringen, Routinearbeiten
zu erledigen, gibt schnell auf. Wirkt
oft verwöhnt.

 

Glückliches Kind Fühlt sich geliebt und
mit anderen verbunden, kann allein
sein und spielt.

Dysfunktionale Elternmodi

Strafender Elternteil
Innere Stimme, die den Patienten kritisiert
und entwertet. Selbstkritik, Selbstverachtung,
Selbstverletzungen und Suizidphantasien (wenn
sie aus Selbsthass und nicht zur Selbstberuhigung
entstehen) sind typisch für diesen Modus

 

Fordernder Elternteil
Fühlt sich nur durch Leistung, Disziplin und
Perfektionismus akzeptiert. Vertritt auch die Ansicht,
dass man bescheiden bleiben und sich nicht
überheblich gebärden dürfe, Spontaneität und Äusserung
eigener Wünsche sind unzulässig

Modus des gesunden Erwachsenen

Ist in der Lage, alle eigenen Modi
selbst angemessen zu behandeln und zu integrieren.
Kann erwachsenen Funktionen wie Übernahme von
Verantwortung und Verpflichtungen ausfüllen,
kann mitleiden, sich mitfreuen und seine Zeit
lebenszielorientiert gestalten.





Weisheiten

Zitate