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Achtsamkeitsübungen

Die Achtsamkeitsübungen wurden hier der Übersichtlichkeit halber in zwei Rupriken unterteilt.

1. Achtsamkeitsübungen im engeren Sinne
mit verschiedenen Sinnes- und Erlebensbereichen, z.B. Hören, Sehen, Riechen, Atmen, Gehen

2. Körperbezogene Achtsamkeitsübungen: Yoga,
wo der Schwerpunkt auf alltagstaugliche Yoga-Übungen gelegt wurde, die im Stehen überall ausgeführt werden können, und sei es in der Pause auf der Toilette oder bei einem kleinen Spaziergang.

Durch die praktizierten Achtsamkeitsübungen kann dem Hier und Jetzt mit Offenheit und Akzeptanz gegenübergetreten werden. Die Erwartungen, die Ängste beim Blick in die Zukunft und das Grübeln über Fehler in der Vergangenheit können nun mit einer Art innerem Abstand betrachtet werden. Die auftretenden Schuldgefühle, die quälenden Ängste oder der Suchtdruck werden nicht bewertet, sondern als das wahrgenommen, was sie sind: Gedanken, Gefühle und körperliche Veränderungen. Durch eine regelmäßige Anwendung der Achtsamkeitsübungen gelingt es schrittweise, sich nicht mehr so stark in die wiederkehrenden Gedankenmuster, Schemata und Grübeleien verwickeln zu lassen. Vielmehr erreichen wir eine Form der Souveränität, in der wir mit einem inneren Beobachter auf die Dinge schauen, die in uns ablaufen.
Sie wahrnehmen und an uns vorbeiziehen lassen, wie Wolken am Himmel ziehen. So richtig funktionieren kann das aber erst wenn wir damit aufhören, unbedingt und jetzt sofort und möglichst für immer die Stressgedanken, die Ängste oder die Schuldgefühle loswerden wollen. Vielmehr sollten wir einen anderen, scheinbar paradoxen Weg einschlagen: nämlich "von hinten durch die Brust ins Auge" das Ziel anvisieren. Im Zen heißt es, wenn Du ins Schwarze treffen willst, musst Du immer leicht daneben zielen. So ähnlich wie es der Jäger macht, der einen Hasen schießen möchte. Da der Hase gleich einen Haken schlagen wird, ist es sinnvoll, immer ein kleines Stück daneben zu zielen.
Die Durchführung der Achtsamkeitsübungen hat nicht zum Ziel, die Gedanken und Gefühle zu bekämpfen. Es geht darum durch die Distanz des inneren Beobachters sich selbst neue Freiheitsgrade zu schaffen und sich aktiv für einen Weg zu entscheiden, den ich nun einschlagen möchte. Durch diese innere Versachlichung fühlen wir uns nicht mehr überflutet von den Gefühlen, sondern können von einer angemessen distanzierten inneren Warte auf die Dinge schauen und Lösungen und Wege entdecken, die uns früher gar nicht auffielen. Sie kennen vielleicht den Effekt, wenn wir dicht vor einer Mauer stehen und nach links und rechts schauen, dann sehen wir keinen möglichen Durchgang. Treten wir aber fünf Schritte zurück, so entdecken wir vielleicht das Tor in einiger Entfernung und können überlegen, wie wir diese Stelle am besten erreichen. Dieses Bild steht also auch für en Umgang mit unserer Gedanken, Gefühlen und dem verzweifelten und erfolglosen Versuch, die loszuwerden bzw. eine neue Lösung zu entdecken.
Durch eine regelmäßig gelebte Achtsamkeitspraxis im Alltag wird sich Stück für Stück ein Gefühl der Gelassenheit breit machen und der Stress wird bewältigbar, manchmal kaum noch spürbar. Das Geheimnis der ewigen inneren Gelassenheit heißt also: regelmäßig Achtsamkeitsübungen ausführen, der Rest kommt von alleine. Wir brauchen nur das olympische Motto aktiv zu leben: dabei sein ist alles. Wir müssen die Achtsamkeitsübungen nicht besonders gut und nicht besonders lange machen. Das einzige worum es geht ist, das wir sie überhaupt machen. Und das regelmäßig, täglich. Sie kennen doch den guten Satz von Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Also dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Üben.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Dr. Sirko Kupper


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