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Kohlenhydrate



Wirkung und Aufgaben


- Kohlenhydrate sind der Ein- und Ausschalter des Fettverbrennungsmotors des Organismus
- alle Kohlenhydrate, die wir essen und nicht im Muskel verbrennen, baut der Körper in Fett um
- die Natur liefert die notwendigen Kohlenhydrate stets mit Vitaminen verpackt. Obst, Gemüse.,; keine aufgeschlossenen vitaminleeren Kohlenhydrate
- Industriekohlenhydrate sind keine Baustoffe im Körper, sie liefern nur Energie, locken Insulin, das Heißhunger macht und Fett in die Fettzellen sperrt
- Kohlenhydrate sind nicht essentiell - wenn Kohlenhydrate vollständig weggelassen werden, entstehen im Blut sogenannte Ketonkörper aus denen das Gehirn nun 80 % seines Energiebedarfs decken kann; und unsere Leber kann durch die Gluconeogenese die restlichen 20 % aus Aminosäuren herstellen

- um zu denken brauchen wir also keine Kohlenhydrate essen - das bisschen Zucker, ca. 20 g, wird einfach aus Eiweiß hergestellt

Richtlinie: 1 g Kohlenhydrate (Zucker oder Stärke) pro kg Körpergewicht pro Tag

unter 75 g Kohlenhydrate am Tag schaltet der Körper auf die Fettverbrennung um = Ketose

- Vorfahren haben sich von 35 % Eiweiß, 45 % Kohlenhydraten (etwa so wie heute) und 20 % Fett ernährt; dies entspricht der genetisch korrekten Nahrungszusammensetzung

Blutzuckerspiegel


- nach kohlenhydratreicher Mahlzeit steigt der Insulinspiegel an, damit durch dieses Hormon die Glukose schnell aus dem Blut zu entfernen und in die (Fett-)Zellen zu schleusen
- wenn die Zellen keinen Bedarf haben und die Zuckerspeicher in den Muskel voll sind, entsteht daraus Fett (ab 200 g überschüssigem, nicht verwendeten Kohlenhydraten!)
- Krux: obwohl Kohlenhydrate dem Gehirn als Energielieferant dienen und kurzzeitige Spitzenleistungen (Flucht vor Säbelzahntiger) möglich machen soll, verwendet sie der Organismus bei einem Übermaß für Belastungen, die er eigentlich auch gut mit dem Fettstoffwechsel bewältigen könnte;
- da unser Organismus aus abgebauten Eiweißen in der Leber ausreichend eigene Kohlenhydrate produziert, sind diese nur bei Spitzenleistungen (Flucht vor Säbelzahntiger, Marathon, Sprint) erforderlich
- vor allem sind die leicht verdaulichen Nahrungsmittel mit Glukose und Stärke, wie Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot, ganz zu schweigen von Süßigkeiten, dafür verantwortlich, dass der Blutzuckerspiegel rasch und stark steigt, was eben zu einem ebenso drastischen Anstieg der Insulinausschüttung führt
- das Resultat ist dann, dass die Glukose schnell aus dem Blut entfernt wird, der Blutzuckerspiegel schnell sinkt und das Gehirn direkt eine Unterversorgung wittert bzw. sich tatsächlich eine leichte Unterzuckerung einstellt
- dies führt dann schnell zu Appetit auf Schokolade, Bananen, Honigbrot und andere kohlenhydratreiche Nahrungsmittel
- die Gesundheit ist akut in Gefahr, denn die ernährungsbedingten Krankheiten sind die Folge (Diabetes-Typ 2, Krebs, Herzinfarkt, Fettleber)

Ernährungsumstellung


- durch eine grundsätzliche Änderung der Ernährungsweise, d.h. kohlenhydratarme Ernährung, die auch mit weniger Kalorien auskommt, weil seltener Hunger auftritt, kann dies geändert werden
- dazu gehört eben: Gemüse und Obst (Anteil: vier Teile Gemüse und 1 Teil Obst, also 4:1) zubereitet mit gesundem Öl (Alba-Öl, oder Mischung aus Raps-Öl und Palm-Öl), Eier, Quark, Fisch, mageres Fleisch (Pute, Hähnchen, Wild)
- in Verbindung mit regelmäßiger sportlicher Aktivität (mindestens 30 Minuten pro Tag, am besten Laufen) werden die fettabbauenden Enzyme stimuliert und dadurch verändert sich das Verhältnis von zuckerabbauenden- und fettabbauenden Enzymen im Muskel und führt schließlich dazu, dass auch in Ruhe und im Schlaf Fett verbannt wird (zirka 10 g Fett pro Stunde)

Sport


- für regelmäßig Sporttreibende entsteht auch noch der Vorteil, dass das Fett als Energiequelle mehr Reserven bietet, die Sauerstoffkapazität sich verbesser und sie so länger durchhalten als Untrainierte
- im Vorteil sind jene intensiv sporttreibende Menschen, bei denen der Stoffwechsel darauf trainiert ist, möglichst viel Fett und wenig Glykogen zu verbrennen
- an Wettkampftagen (nicht unbedingt Tage vorher) sind Kohlenhydrate natürlich nach wie vor notwendig, da die Kohlenhydratspeicher nach etwa 2 Stunden leer sind, dazu reicht es die letzten beiden Mahlzeiten vor dem Lauf kohlenhydratreich zu gestalten; drei Stunden vor dem Start ein kohlenhydratreiches Gericht und eine halbe Stunde vor dem Start noch einen Müsliriegel oder eine Banane oder eine halben Liter Saftschorle
- auch zur Regeneration nach Belastungen sind Kohlenhydrate in der Kombination mit Eiweiß ideal, die direkt in der ersten halben Stunde nach der Belastung zu sich genommen werden sollten



Interessant


Brot enthält zur Hälfte Zucker!!
2 Hamburger und mittlere Pommes enbthalten 100 g Kohlenhydrate, soviel wie in 2 großen Tellern Spaghetti Bolognese
1 Apfel (16 g) hat mehr KH als Heidelbeeren gleiche Menge (9g)
Zucker ist Luxus:
vor 200 Jahren in Apotheke verkauft; 1993 wurde die Zuckersteuer in Deutschland abgeschafft; in USA wird sie 2011 wieder angeschafft;
Gehirn braucht etwas Zucker, aber das kann es sich aus der frei verfügbaren Glkukose im Blut nehmen, ansonsten wenn das aufgebraucht, dann ketogener Stoffwechsel also Fettabbaustoffwechsel, indem aus den Fetten der Leber die Energie entnommen wird



LDL-Cholesterin



verschließt die Blutgefäße führt zu Arteriosklerose
In beschädigten Wänden der Blutgefäße lagert sich Fett ein (oxidiertes, kristallines Cholesterin), so dass es zur Entzündung kommt. Fresszellen zur Bekämpfung der Entzündung lagern sich ab und bilden immer größere Plaques (Mischung LDL, Fett usw.), die zur Gefäßverengung führen = Arteriosklerose

Die Zufuhr von Kohlenhydraten erhöht LDL-Cholesterin, dass heißt die Kohlenhydratzufuhr muss drastisch gesenkt werden

Nüsse senken LDL-Cholesterin um 15 %!!
Sokrates (430 v.Chr.): "Als Staatsmann ist nur qualifiziert, der sich auf Fragen des Weizens versteht."
- Mit geschältem Weizen, der heute überwiegend als Grundnahrungsmittel dient, könnte niemand mehr überleben, da die wertvollsten Bestandteile (die Randschicht=Kleie), die die Mikronährstoffe enthalten, abgeschält und zur Tiermast verwendet werde. Gerade in der Randschicht stecken jedoch 10mal mehr Vitamine als im rest des Korns.

Kohlenhydrate und Krebs


- Körper kann aus Eiweiß und Glyzerin ausreichend Zucker bilden (Glukoneogenese) und so die Versorgung für Nerven und Gehirn gewährleisten
- Ziel einer Ernährungsumstellung ist es, einen schnellen und hohen Blutzucker- und Insulinanstieg nach dem Essen zu vermeiden
- Verzicht auf solche Kohlenhydrate, die in die Insulinresistenz führen können und als Folgen Ty-2-Diabetes, Alzheimer und Krebs hervorrufen können
- Krebszellen verbrennen Glukose nicht, sondern vergären sie; die Umschaltung von Verbrennung auf Vergärung ist der entscheidende Schritt bei der Krebsentstehung (aus zuvor gutartigen, verdrängend wachsenden Tumoren, z.B. beim 18 jährigen Mann schon 20 % Tumorzellen in der Prostata angelegt) und macht sie unempfindlich gegen die Radikale auslösende Strahlen- oder Zelltod (Apoptose) auslösende Chemotherapie
- durch kohlenhydratarme Kost wird den Krebszellen der Zucker vorenthalten, Resistenz wird durchbrochen und die gängigen Therapien greifen wieder; auch können die Krebszellen keine Milchsäure mehr produzieren, um weiter zu wachsen und zu streuen
- Verzicht auf Brot, Nudeln, Kartoffeln, Gebäck, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke reduziert Glukose und/oder Stärke und hemmt Krebs bzw. den Krebswachstum
- ein höherer Öl-, Fett-(55%), Eiweiß-(30%) und Ballaststoffanteil sichert die Ernährung der gesunden Zellen und stoppt dadurch die Energieversorgung der gefährlichen Krebszellen

- Krebszellen essen Zucker, Nur Zucker (Nobelpreisträger Otto Warburg, 1924; Dr. Coy, 2009, Heidelberg)
- Eskimos essen ausschließlich Proteine und Öl daher kommt Krebs nicht vor

Isst man möglichst Öl, hochwertige Proteine und wenig Glukose (Kohlenhydrate), werden gesunde Zellen mit Energie versorgt, jedoch die Tumorzellen mit ihrem hohen Glukoseverbrauch werden ausgehungert







Weisheiten

Zitate