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Grundidee


Zu unserem genetischen Programm gehört, dass wir uns regelmäßig bewegen. Unsere Vorfahren sind im Durchschnitt 30 km pro Tag gelaufenem; zum Jagen, aber auch zum Beeren sammeln. In der Industriezeitaltergesellschaft nimmt die Bewegung bis zu 800 m am Tag rapide ab. Am meisten bewegt sich da noch der Postbote mit seinen zirka 16 km pro Tag. Auch Kinder bis zum Alter von 6-7 Jahren laufen ca. 10 km pro Tag. Durch die dann folgende Schulzeit werden sie gewissermaßen ruhig gestellt und dem naturgemäß und genetisch vorgegebenen Bewegungsdrang werden keine Spielräume mehr eröffnet. Die Folge sind erhebliche Aggressionen, die schließlich eine Form der Energiebündelung darstellen für die nicht ausgelebte Bewegungsimpuls.
Wenn wir uns aber wieder an diese Vorgabe unserer Natur halten, dann werden wir bald im Positiven die Folgen zu spüren bekommen. Ich möchte nur die wichtigsten nachfolgend kurz auflisten.

1. Die Telomere verlängern sich



Zwillingsforschungen konnten zeigen, dass die Verlängerung der Telomere bei Sportlichaktiven und Nachtaktiven eine Lebenszeitverlängerung von ca. 10 Jahren ausmacht. Die Untersuchungen an Menschen die sehr viel Sport treiben und reinen Büromenschen erbrachten noch polarisiertere Ergebnisse. Die Lebenszeitverlängerung beträgt diesen Ergebnissen zufolge sogar bis zu 30 Jahren. Hintergrund dafür ist bekannte Wirkweise der Telomere. Als Schutzkappen der Chromosomen werden sie nach jeder Zellteilung etwas gekürzt. Nach 50 Zellteilungen sind sie aufgebraucht und die Zelle "stirbt" bzw. irgendwann stirbt dann der Organismus selbst.



2. Das Neuronale Netz vergrößert sich.


Wir werden mit einem Gehirn von 500 g Masse geboren. Mit 18 Jahren wiegt es allerdings schon 1500 g, obwohl eher die Hälfte der Zellen abgestorben sind, da sie in der Funktion nicht benötigt werden. Wie kommt das, fragen wir uns zu Recht. Das ist eben das neuronale Netz. Es steigt bis zu diesem Alter an und fällt dann wieder zum Alter hin ab. Als Begriff ist in diesem Zusammenhang auch die fluide oder biologisch getriggerte Intelligenz geläufig. Nun können wir diesen Reduktionsprozess aufhalten uns umkehren. In Studien wurde belegt, dass durch regelmäßige sportliche Aktivität von mindestens 30 Minuten pro Tag das neuronale Netz vergrößert wird.


3. Die Oberfläche des Hippocampus vergrößert sich


Im Hippocampus erfolgt die Umschaltung vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Das Volumen nimmt von Jahr zu Jahr etwa 1-2 Prozent ab. Daraus folgt eine Reduktion der Denk- und Erinnerungsprozesse. Entgegen der mittlerweile überholten Ergebnisse, ist es möglich auch in diesem Bereich Veränderungen zu erzeugen. Dies konnten in Studien belegt werden (z.B. University of Pittsburgh, 2011). Regelmäßige sportliche Aktivität am Tag führt schon nach einem Jahr zu einer Vergrößerung des Hippocampus von 2 Prozent.

4. Die Blutgefäße im Gehirn verdoppeln sich


Durch diesen Prozess kann mehr Sauerstoff transportiert werden und wir fühlen uns frischer und wacher sowie leistungsfähiger.


5. Mehr Hormone


Die zentralen positiv wirkenden Hormone (anabol) werden in vermehrter Konzentration ausgeschüttet. Cortisol und Insulin als Negativhormone (katabol) werden reduziert. Im Zentrum geht es hierbei um HGH, das Wachstumshormon, und das Testosteron. Das HGH ist verantwortlich für Stärkung der Abwehrkraft, verstärkt das Knochenwachstum, erhöht das Muskelwachstum, verlangsamt den Alterungsprozess und vergrößert die Organe. Testosteron ist für den Antrieb zuständig. Interessant hierzu zu bemerken ist, dass die Messergebnisse zeigen: Männer liegen mit ihren Werten in unteren Drittel und Frau im unteren Zehntel bezüglich er vorhandnen Konzentration.


6. Ausschüttung von Hormonen wird verstärkt


So können wir mit geringer Bewegungsintensität also 60-65 % des Maximalpulses Serotonin ausschütten und fühlen uns wohl. Bei etwas zügigerer Bewegung schütten wir ACTH als Kreativitätshormon aus (Prof. Hollmann) bei 70-75 % des Maximalpulses und mit 80-85 % des Maximalpulses schütten wir Endorphine aus, was zu Glücksgefühlen führt, dem sog. Runners High.


7. Mehr Energie


Die Energiekraftwerke unserer Zellen, die Mitochondrien, können in ihrer Anzahl verdoppelt bis verdreifacht werden. Dies führt zu mehr Energie, die zur Verfügung steht. Voraussetzung ist allerdings ein ausreichend hoher Magnesiumspiegel im Blut.


8. Mehr Killerzellen


Die Killerzellen im Immunsystem, die Krankheitserreger bekämpfen helfen, steigern sich nach schon nur 30 Minuten Bewegung täglich auf bis zu 50 Prozent.


Ausführlichere und differenziertere Beschreibungen der Auswirkungen regelmäßiger Bewegung finden Sie hier.





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