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Flow



Die Kunst des Loslassens

Der Begriff Flow stammt von Mihaly Csikszentmihalyi, der damit das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit zu beschreiben. Wenn wir im Flow sind, sind unser Fühlen, unser Wollen und unser Denken in diesen Augenblicken in Übereinstimmung. Während wir der Tätigkeit nachgehen, spielen für uns weder die Zeit, noch wir selbst eine Rolle und das Handeln geht mühelos vonstatten.

Im Flow sind wir ganz bei er Sache, können mühelos Höchstleistungen vollbringen, wie ein Adler, der oben in den Lüften seine Runden dreht,und Glück erleben.

Definition

Mihaly Csikszentmihalyi definiert den Flow wie folgt:
1. Die Aktivität hat deutliche Ziele.
a. Die Aktivität hat unmittelbare Rückmeldung.
b. Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst.
2. Wir sind fähig, uns auf unser Tun zu konzentrieren.
3. Anforderung und Fähigkeit stehen im ausgewogenen Verhältnis, so dass keine Langeweile oder Überforderung entsteht.
4. Wir haben das Gefühl von Kontrolle über unsere Aktivität.
5. Mühelosigkeit
a. Unsere Sorgen um uns selbst verschwinden.
6. Unser Gefühl für Zeitabläufe ist verändert.
7. Handlung und Bewusstsein verschmelzen
Die ersten drei Punkte sind die Voraussetzung für ein Flow-Erlebnis. Die darauf folgenden sind subjektive Erlebnisse beim Flow, wobei diese Bestandteile nicht gemeinsam vorhanden sein müssen.

Selbsterzeugtes Glück


Flow ist etwas anderes als "fun" oder "kick" (Nervenkitzel) -- also nicht nur eine kurzzeitige, aufgeputschte Erregung, es ist eine länger andauernde Euphorie, die richtig genutzt wertvoller ist.
Flow ist eine Form von Glück, auf die man Einfluss hat. Man ist unüberspannt, wenn der Wille zentriert ist und konzentriert, ohne erzwingen zu wollen.
Flow kann als Zustand beschrieben werden, in dem Aufmerksamkeit, Motivation und die Umgebung in einer Art produktiven Harmonie zusammentreffen.

Diese Bestandteile gelten für alles im Leben: für die Arbeit, das Hobby, die Sportaktivitäten, unsere Partnerschaft oder den Freundeskreis. Für dauerhafte Zufriedenheit spielen Wachstum bzw. Weiterentwicklung eine wesentliche Rolle. Eine Mahlzeit mag hervorragend schmecken - wenn wir sie immer wieder essen, verliert sie ihren Reiz. Unsere Arbeit mag uns gefallen - wenn sie tagaus tagein immer gleich bleibt, wird sie langweilig. Unser Partner mag uns faszinieren - wenn wir uns nicht gemeinsam weiterentwickeln, kommt es wahrscheinlich zur Krise.

Flow können wir in der Absichtslosigkeit des Kindes antreffen:

oder im Sport, in der Konzentration des Bergsteigers:

 

Ayrton Senna

In einem Interview schilderte der leider zu früh verstorbene Ayrton Senna († 1992), dass er das Glücksgefühl nicht nur beim Laufen erlebt, sondern auch im Rennwagen:

"Es ist mir zum Beispiel bei Trainingsläufen in Monte Carlo einmal passiert, dass ich wie in Trance in eine neue Dimension hineingefahren bin. Es war so ein Gefühl, als ob ich mich in einem Tunnel befände, in dem ich immer schneller wurde. Und tatsächlich wurden meine Rundenzeiten immer schneller: Zuerst eine, dann eineinhalb, dann zwei Sekunden vor der Konkurrenz. Ich hatte das Gefühl, als könnte ich auf diesem Niveau ewig so weiter fahren. Es war plötzlich eine andere Art von Bewusstsein. Über diesen Gedanken bin ich regelrecht erschrocken. Es war, als wäre ich plötzlich wachgeworden. Ich habe dann das Auto schnell an der Box abgestellt und hatte an diesem Tag keine Lust mehr zu fahren."

(Quelle: Strunz, 2011, news)





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